Viele Eltern fragen sich, welche Zahnpasta für ihr Baby besser geeignet ist: Eine Babyzahnpasta mit oder ohne Fluorid? Welche Menge Fluorid ist sicher und wie sollten Sie die Zähne Ihres Babys pflegen? Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.
Die neuesten Richtlinien empfehlen, bei Babys und Kleinkindern unter 2 Jahren eine fluoridhaltige Zahnpasta zu verwenden. Überprüfen Sie dies unbedingt auf dem Etikett!
In der empfohlenen Menge und Dosierung gilt Fluorid-Zahnpasta als sicher. Problematisch wird es nur, wenn große Mengen Fluorid aufgenommen werden, da sie junge Zähne schädigen können, Verfärbungen verursachen oder sie, wie es bei der Dentalfluorose bekannt ist, fleckig erscheinen lassen. Das Risiko für Karies und deren Folgen, wie z.B. Zahnextraktionen ist jedoch meist größer als das Fluoroserisiko, da Kinder über einen langen Zeitraum viel Zahnpasta schlucken müssten, bis sich eine ausgeprägte braune Fleckenbildung auf den Zähnen zeigt. Die Verwendung der richtigen Menge einer altersgerechten Zahnpasta reduziert diese Risiken. Nach dem 6. Lebensjahr sind die meisten Zähne bei den meisten Kindern voll entwickelt, sodass Sie sich keine Sorgen mehr über Fluorose machen müssen.
Es gibt Babyzahnpasten ohne Fluorid, die stattdessen Xylit oder Hydroxylapatit zur Kariesvermeidung enthalten. Während umfangreiche Studien zeigen, dass Zahnpasta mit Fluorid bei Kindern zu einer um 24% geringeren Inzidenz von Karies und einer insgesamt besseren Mundgesundheit führte, fehlen fluoridfreien Zahnpasten immer noch die klinischen Beweise dafür, dass sie Karies verhindern können und in welchem Ausmaß sie dies tun können. Fluorid ist sicher und kann sogar helfen, Karies im Frühstadium abzuwenden.
Einige Eltern haben möglicherweise das Gefühl, dass es keine Rolle spielt, wenn Babyzahnpasta ohne Fluorid nicht den gleichen Kariesschutz bietet, da Babys ohnehin ihre Zähne verlieren. Dies ist jedoch ein weit verbreitetes Missverständnis. Wenn an einem Milchzahn Karies auftritt, muss diese trotzdem mit einer Füllung behandelt werden oder der Zahn muss extrahiert werden, da dies die Gesundheit des Zahnfleisches der sich darunter entwickelnden Zähne und die allgemeine Gesundheit Ihres Kindes beeinträchtigen kann. Laut der Deutschen Apotheker Zeitung sind Milchzähne anfälliger für Karies. Schwere Karies an den Milchzähnen kann die bleibenden Zähne Ihres Kindes schädigen. Wenn Milchzähne extrahiert werden müssen, entwickeln Kinder später häufiger Zahnfehlstellungen oder andere Zahnprobleme, da die Milchzähne als Platzhalter dienen.
Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt, dass bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren täglich eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid verwendet werden sollte. Bei Kinder unter zwei Jahren sollten es täglich nur eine reiskorngroße Menge mit 1.000 ppm oder eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid sein. (Die meisten Zahnpasten für Kinder enthalten zwischen 1.000 und 1.400 ppm. Überprüfen Sie daher beim Kauf den Fluoridgehalt.) Sobald Ihr Kind älter ist und die Zahnpasta ausspucken kann (normalerweise wenn es älter als 6 Jahre ist), wird empfohlen, eine Fluorid-Zahnpasta mit höherer Konzentration zu verwenden, normalerweise zwischen 1.000 und 1.500 ppm empfiehlt die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz e.V. Fragen Sie am besten den Zahnarzt, der Ihre Kinder behandelt, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Wenn Sie möchten, können Sie die Dosis verringern. Die Wirksamkeit der Zahnpasta zur Kariesvermeidung kann jedoch bei zu niedriger Dosis vermindert sein. Stattdessen sollten Sie zusätzlich alternative Fluoridquellen in Betracht ziehen. In einigen Ländern wird die Verwendung von Fluoridtabletten, Tropfen oder Speisesalz empfohlen, und ein Fluoridgehalt von 500 ppm für Babys mit Zähnen unter zwei Jahren scheint wirksam zu sein. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Zahnarzt.
Wenn Ihr Kind unter zwei Jahre alt ist, benötigen Sie nicht mehr als zweimal täglich eine reiskorngroße Portion Zahnpasta mit 1.000 ppm oder zweimal täglich eine erbsengroße Portion Fluorid mit 500 ppm Fluoridgehalt. Ein dünner Pastenfilm, der weniger als drei Viertel der Bürste bedeckt, ist in Ordnung. Zwischen dem zweiten und dem sechsten Lebensjahr empfiehlt die Bundeszahnärztekammer zweimal täglich eine erbsengroße Menge Zahnpasta mit 1.000 ppm Fluoridgehalt.
Eltern finden es oft schwierig, ihre Kleinen zu motivieren, lange genug still zu bleiben, um zu putzen. Wenn es hilft, setzen Sie sie mit den Armen um sich gelegt auf Ihren Schoß vor einen Spiegel, damit Sie sehen können, wo Sie putzen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn sich zwei Minuten wie eine lange Zeit anfühlen. Da Babys und Kleinkinder weniger Zähne haben als wir, müssen Sie nicht unbedingt die vollen zwei Minuten putzen! Achten Sie lediglich darauf, dass Sie jedem einzelnen Zahn genügend Zeit widmen.
Hier finden Sie weitere Tipps zum Zähneputzen mit Ihrem Baby:
Ob Sie sich für eine fluoridierte Babyzahnpasta oder eine Babyzahnpasta ohne Fluorid entscheiden, ist Ihre Entscheidung. Wenn Sie sich für Ihr Baby für eine Zahnpasta mit Fluorid entscheiden, gehen Sie sicher, dass diese die richtige Menge Fluorid enthält, da einige Zahnpasten für Kinder höhere Mengen enthalten. Wenn Sie noch Bedenken oder Fragen haben, sprechen Sie mit dem Zahnarzt oder Kinderarzt.
Wenn Sie sich für eine fluoridfreie Zahnpasta entscheiden, besprechen Sie dies mit dem Zahnarzt Ihres Kindes und versuchen Sie, das Kariesrisiko so gering wie möglich zu halten (vermeiden Sie zuckerhaltige Lebensmittel, entfernen Sie regelmäßig Plaqueablagerungen, reduzieren Sie Kohlenhydrate usw.)